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  • Ralph Schwehr

Der Fachverlag der Zukunft ist ein transparentes Haus voller Informationsnetzwerke

Aktualisiert: 2. Aug. 2021


Eine Analyse der Branchendaten zeigt: die Verlagswelt befindet sich bereits am Ende eines gewaltigen Umbruchs. Die Branche hatte nun mehr als 20 Jahre Zeit für den Wandel mit dem Ziel sich selbst (Angebote, Prozesse, Zusammenarbeit) zu digitalisieren. Weg vom klassischen Print hin zur Mediaplattform.


Klassische Jahresabos? Lange Texte? Fraglich bis unerwünscht. Printmedien, Zeitschriften? Kaum genutzt. Das sind wichtigste negative Erkenntnisse zahlreicher Marktstudien, welche ich im Laufe meiner Tätigkeit im Bereich der Fachmedien zum Thema Mediennutzung in der Zukunft beobachtet habe. Dies kann, als ein führender Fachverlag nicht gefallen – allerdings nutzt es auch nichts, diese Erkenntnisse zu verdrängen.


Bereits aktuell und zukünftig noch stärker werden wir Inhalte zuerst über Social Media konsumieren und dort vor allem in Form von Bewegtbild/Video. News und Fachbeiträge sind wichtig und lange Features/Dokumentationen durchaus erwünscht, jedoch meistens nur, wenn die eigenen Freunde diese empfehlen oder bekannte Influencer darauf hinweisen. Ein Indiz dafür ist, dass Google mehr und mehr durch YouTube als Suchmaschine ersetzt wird. Vermehrt finden wir dieses Verhalten bei unserer jungen Zielgruppe, den Millennials (90 – 00 Jahrgänge).

Doch weshalb sollte sich ein Fachverlag mit dieser Zielgruppe im Detail befassen? Die Zielgruppe sind doch die erfahren, etablierten Professionales? … Weil diese Konsumenten die Zukunft der Medien sind und bereits in den Jahr 2025 - 2030 werden rund die Hälfte der weltweiten Arbeitnehmer Millennials sein und diese Zielgruppe ist untrennbar mit Mobil, Social Media, Bewegtbild/Video verbunden!


Die Anzeichen des kommenden Umbruchs sind evident. Immer mehr Leser finden über Social Media zum Fachverlag. Bei manchen unserer Web-Sites sind dies bereits 80 Prozent! Gleichzeitig steigt die Gesamtreichweite der Inhalte, allerdings zuerst über externe statt auf eigenen Plattformen (Stichworte: Homeless Media und Distributed Content). Die von Social Media gekommenen Lesern surfen größtenteils auf Smartphones und die größten Conversions hin zu Leads und Käufen sehen wir teilweise schon heute bei Videos, welche via Social Media, mobil-optimiert ausgespielt werden. So können wir bereits jetzt einen ersten Blick auf die Strategie der Zukunft werfen, welcher sich intensiv mit dem Triumvirat von Social Media-Mobil-Bewegtbild befassen muss.


Damit einen also der finale Umbruch nicht kalt erwischt, sollte man spätestens jetzt aktuelle Technologien einführen und eine klug gesteuerte Vernetzung von Redaktion und Verkauf forcieren. Das Ziel dabei ist eine positive Debatte und eine vereinende Strategie der Informationsdarbietung. Denn letztlich sind Anzeigen, Content Marketing oder Native Ads nichts anderes als Informationen. So entstehen derzeit Plattform vernetzten digitalen Wissens samt zugehöriger Skaleneffekt welche mittels KPIs stets transparent Erfolge und auch Misserfolge zeigen. Dadurch werden wird der Fachverlag auch in Zukunft ein gern gesuchter Partner für Werbekunden sein, um deren Botschaften transparent, unaufgeregt und erfolgreich zu verkörpern.


Doch was heißt all das für den Verlag von morgen? Für mich bedeutet dies: den Fokus nicht auf Produkte richten, sondern auf Zielgruppen. Den Fokus nicht auf Kanäle richten, sondern auf Informationen. Das Gestern im Geist bewahren als Motor der Markenstärke und gleichzeitig das Morgen begrüßen als Welt voller Möglichkeiten. Wenn Fachverlage so handeln, wer sich offen gibt für die Wünsche der Zielgruppe und die Mediennutzung der Zukunft, ist bereits einen großen Schritt weiter in Richtung Transformationserfolg. Denn ein Fazit aus allen vorausgegangenen Ideen und Strategien ist:


Ein erfolgreicher Verlag ist im Kern seines Wesens ein Informations-Dienstleister und wollen den Lesern fundiertes Wissen, aktuelle Informationen und spannende Unterhaltung liefern.


So wird der Fachverlag in 2025 ein transparentes Haus voller Informationsnetzwerke, ein voll vernetztes Unternehmen und Partner für Industrie und die Zielgruppe. Denn wer vernetzt ist, wird gelesen. Und was gelesen wird, hat Zukunft.

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